Als nächstes stellte sich mir dann das Problem zu meinem Hotel zu kommen. Taxi sollte fast $40 kosten, was mir doch etwas viel war. Vor allem, da der Bus recht günstig sein sollte (was mir Eva erzählt hat). An der Bushaltestelle habe ich auch gleich einen Deutschen kennengelernt (Tom), der auch auf die German Conference ging. Sind dann zusammen in die Innenstadt gefahren. Im Bus sind wir dann sehr schnell ins Gespräch mit einem Amerikaner gekommen, der mitbekommen hat, dass ich nach meinem Hotel suche. Er hat mir dann viel geholfen, mir gesagt, wo ich umsteigen muss und in welche Linie. Leider wusste ich nicht genau, welche Station ich rausmusste, daher bin ich viel zu weit gefahren und musste dann doch mit dem Taxi ein Stück zurück.
Am nächsten Morgen hatte ich ein wenig Zeit mir die Stadt anzuschauen, da die Registrierung für die Konferenz erst um 12.30 anfing. Bin also früh morgens in die Innenstadt gefahren. Dort gibts es den sogenannten Freedom Trail, der an mehreren historischen Stellen vorbeiführt, beginnend am Boston Commons (der größte Stadtpark). Als erstes gings da zum Old State House, wohl das berühmteste Gebäude von Boston.
Hab mich dann mit Tom getroffen und wir sind zusammen auf die Konferenz, die in der Graduate School of Design der Harvard Universität stattgefunden hat. Der Titel der Konferenz war "Addressing Global Challenges, Directions for a new Decade". Es waren schon recht viele Leute, mehr als 200 und davon waren etwa die Hälfte Deutsche, der Rest Amerikaner und Internationals. Der Eröffnungsvortrag war auch gleich ein Highlight. Es ging um den Klimawandel und natürlich die Ergebnisse und Konsequenten der Klimakonferenz in Stockholm. Die Break-Out Panels an dem Tag waren auch gut, bzw die eine, dort ging es um die erneuerbare Energien und wie man am besten damit umgeht.
Abends ging es in ein nahe gelegenes Hotel zu einem drei Gänge Abendessen. Allerdings brauchte man dazu eine extra Eintrittskarte, die ich aber hatte. Das war auch die erste Möglichkeit für mich ein paar andere Leute kennezulernen. Vorher an dem Tag hatte ich doch ein paar Probleme irgendwo Anschluss zu finden. War doch recht überrascht, dass sich viele kleine Gruppen gebildet haben, von Leuten, die sich schon kannten, welche auch mehr oder weniger unter sich blieben. Daher war ich auch froh, dass ich Tom kennengelernt hatte.
Das Essen war aber echt gut und die Rede des Abends wurde von Claus Kleber bestritten, welcher über "Lost in Translation" und seine Erlebnisse als USA Korrespond berichtete. Ich hätte es zwar kaum für möglich gehalten, aber die Rede war wirklich außerordentlich gut. Sehr witzig, allerdings auch teilweise ernst und echt auf den Punkt gebracht.
Eigentlich ging es danach noch in eine Bar, aber da die letzte U-Bahn schon gegen 1 Uhr nachts fuhr und ich auch noch umsteigen musste, hat sich das leider nicht gelohnt für mich.
Der nächste Tag war etwas schlechter, aber immer noch gut. Das lag daran, dass einige der Panels nicht so gut waren. Vor allem diejenige über Health Care. Die Teilnehmer habe nur Reden vorgelesen und in der anschließenden Diskussion gezeigt, dass sie nicht wirklich standhaft in der Englischen Sprache sind. War sehr anstrengend zuzuhören. Allerdings gabs auch gute Reden, zum Beispiel die des Deutschen Botschafters der USA, Klaus Scharioth. Am Samstag hab ich auch dann ein paar mehr Leute kennengelernt und teilweise echt gute Diskussionen geführt.
Abends gab es im Harvard Faculty Club noch eine Party. War auch gut.
Im Großen und Ganzen war die Konferenz echt gut und ich bin froh, dass ich es geschafft habe. Außerdem war es mal ganz nett, Harvard zu sehen. Auch wenn ich mich teilweise doch ein wenig Fehl am Platz gefühlt habe. Vor allem im Faculty Club, der doch sehr vornehm eingerichtet war.
Hier nochmal ein Bild vom Harvard Campus, übrigens die älteste Universität der USA, gegründet 1636.
Das wohl berühmteste Gebäude ist das Stata Building, welches - wie unschwer zu erkennen ist - von Frank Gehry entworfen wurde.
Alles in Allem war es ein sehr schönes Wochenende, auch wenns sehr kalt und windig war. Aber es hat sich gelohnt und ich versuche nächstes Jahr zur German Conference 2011 auch wieder da zu sein.